Wald & Natur

Wald, Natur und Holz sind tief in meiner Familie verwurzelt; der Familienwald im Zürcher Oberland ist auch ein persönlicher Rückzugsort. Auch hier in Rheinfelden gehe ich gerne mit Patientinnen / Patienten für eine Konsultation wenn es möglich und angezeigt ist nach draussen.

Meine Beziehung zu Wald und Holz ist familiengeschichtlich: ein Grossvater war Schreiner, der andere Bauer mit eigenem Wald. Schon als Kind verbrachte ich viel Zeit in der Werkstatt und zwischen den Bäumen; diese Erfahrungen prägen meine Haltung zu Handwerk, Natur und Gesundheit. Für mich ist der Wald mehr als nur Bäume — er ist ein Ort der Erdung, des sinnlichen Kontakts, der Arbeit und des Lernens.

Es gibt eine wachsende Forschung, die zeigt, dass Aufenthalte im Wald Stress reduzieren, Stimmung verbessern und physiologische Marker wie Blutdruck und Immunparameter positiv beeinflussen können. Insbesondere wurden flüchtige Pflanzenstoffe (Phytoncide/Terpene) untersucht:

Terpene als bioaktive Bestandteile der Waldluft
Terpene (z. B. α‑Pinene, β‑Caryophyllen, Limonen) sind flüchtige organische Verbindungen, die von Bäumen – besonders Nadelbäumen – freigesetzt werden. Terpene werden als potenziell entzündungshemmend und immunmodulierend beschrieben.

Immunologische Effekte
Studien zeigen, dass bestimmte Terpene die Aktivität natürlicher Killerzellen (NK‑Zellen) beeinflussen können, was eine Rolle in der Immunabwehr spielt. Die Übersichtsarbeit von Kim et al. (2020) beschreibt mögliche antiinflammatorische Wirkmechanismen von Waldterpenen.

Entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen
Terpene und Terpenoide aus Waldquellen werden als potenzielle Wirkstoffe gegen entzündliche Erkrankungen untersucht. Die Forschung betont, dass diese Substanzen zelluläre Signalwege beeinflussen können, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind.

Einfluss auf Stressphysiologie und Stimmung
Auch ohne den Kontext des „Waldbadens“ welches insbesondere im asiatischen Raum verbreitet ist, zeigen Studien, dass Terpene die Stressreduktion unterstützen, zu Stimmungsverbesserungen führen und über olfaktorische Wege das autonome Nervensystem beeinflussen können.